Gedanken eines Lebens

Gedichte und Texte

Gedicht-Übersicht Zufalls-Gedicht

12345»

Abschied von Flloyd

Seit 15 Jahren weiß ich nicht,
was Dich zerreißt, was Dich zerbricht,
warum Du ständig unruhig bist,
was Dich verstört, was Du vermisst.

Seit 15 Jahren tut’s mir weh,
wenn ich Dich voller Panik seh‘,
wenn Du beim Autofahren schreist,
dass es mir das Herz zerreißt.

Seit 15 Jahren rätsle ich,
erträgst Du oder liebst Du mich?
War es genug, was wir Dir gaben,
wolltest Du was and’res haben?

Seit 15 Jahren teilen wir,
das Haus, die Zeit – als Herr und Tier,
wir teilten Freude und auch Frust,
ich musste müssen und Du musst.

Nach 15 Jahren ist es nun Zeit,
uns loszulassen, sei bereit,
dass Du die Ängste überwindest,
und endlich Deine Ruhe findest.

Ich sage Dank für all die Stunden,
in denen wir den Draht gefunden,
der unsere Herzen dann verband
und alle Zweifel überwand!

Nun bist Du auf dem Regenbogen
im Hundehimmel eingezogen,
ich wünsche deinem Hunger-Rüssel
stets eine volle Futterschüssel!

Flloyd war ein Whippet, also ein mittelgroßer Windhund, der im Alter von ca. einem Jahr zu uns kam.
Bei seiner Geburt waren alle anderen aus seinem Wurf gestorben, nur er überlebte. Eine Familie nahm ihn später auf, gab in dann aber kurze Zeit später wieder an die Züchterin zurück, danach lebte er einige Monate in einem Rudel aus lauter Hündinnen.
Die alles gab ihm so viel Stress, den er danach nie mehr richtig abbauen konnte.
Er war ein Hund, der einen von einer Peinlichkeit in die nächste stürzen ließ, aber zugleich auch ein sehr anhänglicher und verschmuster kleiner Kerl, mit einem unglaublichen Appetit.
Als er starb, gab ich ihm diese Worte mit.
Und denke bis heute immer wieder mit großer Wehmut, aber auch einem schlechten Gewissen an ihn.


Treffer: 1  von 83 Einträgen
12345»



© 2026 peters-gedichte.de | Peter-Michael Mangold

HomeTopImpressum