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Geschwisterliebe

Anfangs war wir uns nah,
nur drei Jahre trennten unser Licht,
und dann wuchs zwischen uns ein Schweigen,
so tief, dass es sich nicht überbrücken ließ.

Ich sah dich fallen, leiser werden,
sah Tränen, die niemand sah,
und Hände, die dich kleiner machten,
bis selbst dein Mut sich verlor.

Ich stand daneben, hilflos, suchend,
noch nicht erwachsen für dein Leid,
zu jung, um dich zu tragen,
zu unwissend für den richtigen Schritt.

Heute wär ich anders, glaube ich,
würde dich hören, halten und sehen.
Doch dein Weg war nie der meine,
und kein Herz kann für ein anderes gehen.

Manchmal frag ich mich, wo du jetzt bist,
ob deine Seele noch wandert im Wind,
und ob du endlich leichter atmest
wie damals, als wir Kinder waren.

Was bleibt, ist ein leiser Faden,
der uns über alles hinweg noch bindet,
und eine Liebe, die ich spät verstand,
und niemals aufhören wird, zu sein.



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