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Für meinen Vater

Ein stilles Wasser warst Du, tief und klar,
ruhig im Blick und immer voller Pläne.
Aufrecht, ehrlich, ein Schwabe durch und durch,
manchmal eigen, aber immer verlässlich.

Du wusstest: Alles hat seine Zeit
und gabst den Dingen ihren Raum.
Schritt für Schritt, mit ruhiger Hand,
führtest Du Wege zum gutem Ende.

Du bliebst Dir treu, sahst wach und kritisch,
warst Rat und Tat, auch wenn es schwerfiel.
Ein Zuhörer, ein Helfer, ein Fels im Alltag,
leise, aber darin riesengroß.

Nun hat auch Dein Gehen seine Zeit.
Was bleibt, ist Dein Maß in uns.

Mein Vater war aus der Generation, die ihre Jugend durch den 2. Weltkrieg verloren. Er kam erst Jahre nach Kriegsende aus russ. Gefangenschaft zurück, nach vielen traumatischen Erlebnissen. Sehr lange hat er uns Kindern "vom Krieg" erzählt und sich so vieles von der Seele geredet.
Seit dieser Zeit bin ich dankbar,zu einer Generation in Deutschland zu gehören, die bisher keinen Krieg, keine Hungersnot und keine Geldentwertung mitmachen musste.
Ich bete sehr, dass dies auch so bleibt.


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